Wie funktioniert die Viehwirtschaft nach Allan Savory?

Das Problem mit der gängigen Weidewirtschaft in trockenen Gebieten

Bei konventioneller Viehwirtschaft lässt man das Vieh lose auf teils sehr grossen Flächen grasen. Die Tiere verteilen sich und fressen nur das, was ihnen gerade passt. So werden gewisse Pflanzen dezimiert und es entstehen offene, unbewachsene Flächen. Diese trocknen schnell aus und falls es mal regnet, werden sie schnell weggespühlt. Der Boden beginnt zu erodieren. Dies ist der Beginn der sogenannten Desertifikation (Wüstenbildung). Sie ist sehr gefürchtet, da so Weideland verloren geht.

Allan Savorys Ansatz

Herr Savorys Ansatz ist ein anderer: Zunächst beobachtete er grosse, wild lebende Viehherden (Gnus, Bisons usw.). So fand er heraus, dass die wild lebenden Tiere wesentliche Dinge anders machen: 

  1. Sie fressen das Gras, was das Pflanzenwachstum anregt. Gleichzeitig ziehen sie schnell weiter.
  2. Alles, was nicht gefressen wurde, wird heruntergetrampelt. So wird der Boden gedeckt, so als ob man mulchen würde.
  3. Durch die hohe Dichte an Tieren fällt auch wertvoller Dung an. Dieser Dung wirkt als Dünger und enthält viele Bakterien.

So beschloss er, die domestizierten Viehherden auch so grasen zu lassen: In hohen Dichten und unter häufigem weiterziehen. Nach einigem experimentieren stellten sich gute Erfolge ein und zuvor verödetes Land konnte wieder zu fruchtbarem Weideland gemacht werden. Diese Methode wird erfolgreich in Teilen Afrikas, Südamerika und Regionen Australiens angewendet.

 

Weitere Informationen finden Sie im Vortrag von Allan Savory.

Unsere Vision

Nun ist es bei uns in Mitteleuropa so, dass die Verwüstung uns noch nicht betrifft. Meist fällt genug Regen, warum also etwas ändern?

Für uns gibt es drei primäre Gründe:

  1. Erhöhung der Biodiversität
  2. Einlagerung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre
  3. Die Bodenqualität

Wir sind davon überzeugt, dass man mit Weiden das Bodenleben massgeblich erhöhen können. So können wir auch die Pflanzenvielfalt erhöhen und mit ihr die Insektenvielfalt. Steigt die Zahl der Insekten, kommen auch die Vögel und andere Kleinlebewesen zurück. Damit stehen wir allerdings erst am Anfang. Wir gedenken, die Artenvielfalt zu erfassen, um zu sehen, ob wir Erfolg mit unserem Projekt haben oder nicht.

Diese letzten zwei Punkte sind eng miteinander verknüpft. Die Bodenqualität wird einerseits durch den Dung der Tiere (Dünger und wertvolle Bakterien), andererseits durch das erhöhte Graswachstum positiv beeinflusst. Langfristig kommt es zu einem Humusaufbau. Humus ist der fruchtbarste Bodentyp. Dieser enthält auch viel von den Gräsern eingelagerten Kohlenstoff. So lassen sich gleich zwei Probleme lösen: Die durch konventionelle Weidewirtschaft entstehende Bodendegradierung und der Klimawandel. Weiter wird auch die Nahrungsmitelproduktion nachhaltig ausgestaltet, ohne Abstriche machen zu müssen. Wie Sie uns dabei unterstützen können, erfahren Sie hier.